Man kann sich selbst in der Regel kaum gut charakterisieren. Was jedoch jeder Mensch von sich wohl immer wahrheitsgemäß verraten kann, sind seine Hobbys. Jeder weiß ja, was ihm Spaß macht, und was ihn im Gegenteil gar nicht interessiert, oder? In dieser Hinsicht kann ich eindeutig sagen: Ich bin mir weder mit meinen guten Eigenschaften sicher (es ist mir peinlich, mit ihnen zu prahlen;-), noch kenne ich meine schlechten Eigenschaften (ich befürchte vielleicht, dass die schlechten die guten überwiegen können ;-). Was ich jedoch von mir schon lange Jahre weiß, ist, dass ich ein HUNDELIEBHABER von ganzem Herzen bin!
Meinen ersten Hund habe ich nach jahrelanger Überredung meiner Eltern erst zum 15. Geburtstag bekommen. Ursprünglich wollte ich immer einen „richtigen“, d.h. einen großen und kräftigen Hund. Dann habe ich aber immer wieder nachgegeben, bis ich mich vielleicht mit einem Zwergpudel begnügt hätte... Als jedoch mein Papa begriffen hat, dass ich wirklich nicht nachgebe, hat er gemeint: „Wenn schon einen Hund, denn schon einen ordentlichen!“ und wir haben uns einen Alaskan Malamuten angeschafft. Mein erster Hund war eine schwarze Hündin Denny, ein tolles Wesen, bei dem unsere ganze Familie als Laien leider unbewusst vielmals einen Bock geschossen hat. Ich meine damit beispielsweise unser hartnäckiges Streben nach Gehorsamkeit, weil der Malamute eine gesellschaftliche Rasse ist, bei der ihre Instinkte, Intuition, Liebe zu Manschen und Meuteverhalten die Disziplin durch etwas ganz anderes ersetzen – z.B. durch ihre Freiheit und endlose Energie.
Denny ist aus dieser Welt kurz vor der Geburt ihrer ersten Welpen gegangen – etwas drin ist vielleicht schiefgegangen, der Tierarzt hat ihr zwar die abgestorbenen Feten aus dem Körper entfernt, die Infektion im Körper war jedoch schon so erweitert, dass der Eingriff am Ende erfolglos war. Unsere Trauer um ihr vorzeitiges Ableben war unbeschreibbar, damals habe ich mich durchaus davon überzeugt, dass, wenn man seinen Hund liebt, er zum echten Familienmitglied, keinem „nur ein Tier“ wird.
Nach Dennys Abschied wurde mir klar, dass, wenn wir den Papa ohne einen Hund lassen (meine Schwester und ich haben damals schon weit weg von zu Hause an der Uni studiert), er weiter traurig sein wird. Ich habe einen Welpen ausgewählt und so ist zu uns im Herbst 1997 die Hündin Easy Win Shamanrock gekommen. Easie ist grau-weiß uns ist seit dem ersten Moment ein Souverän. Sie hat eine Schleife um den Hals gekriegt, und als der Papa von der Arbeit nach Hause gekommen ist, haben wir sie zu ihm geschickt – sie marschierte mutig mit der Rute wie mit einem Ruder, hat sich ruhig sattgegessen und war bei uns sofort wie zu Hause. Weil wir damals noch im Hochhaus gewohnt haben, wurde Easy ein Bettplüschtier. Gleich im nächsten Frühjahr haben aber die Eltern ein Haus an einem wunderschönen Ort am Dalešice Damm gekauft, mit einem Garten, rundherum Wälder und Wasser. Uns war klar, dass wir der Easy einen Freund anschaffen. So ist zum halbjährigen Mädchen ein schwarzer Bube Athos Dream Snowy Queen gekommen. Athos ist ein wunderhübscher Rüde, typischer Malamute, hervorragend aufgebaut. Auf zwei Ausstellungen hat er auch die Bewertung CAJC erreicht. Dann begann er jedoch bei Prüfungen durch die Richter Probleme zu machen; von klein auf war er nämlich scheu und daher war sein Verhalten bisschen unvorsehbar. Vom ersten Moment haben wir bemerkt, dass, wenn wir z.B. eine Zeitung in die Hand genommen haben, Athos weggerannt ist, die Rute zwischen die Beine geklemmt. Uns war klar, dass die Leute, bei denen die Welpen aufgewachsen sind, böse gewesen sein müssen, sie etwa gerade mit Zeitungen geschlagen hatten. Es ist sehr traurig, wenn man einen Hund ganz am Anfang verdirbt und dieser dieses Trauma und seine negativen Folgen das ganze Leben lang trägt. Athos ist unser Schatzi. Ich habe ihn nicht mehr gezwungen, auf Ausstellungen zu fahren – ihm hat es nicht gefallen und mir (obwohl ich einen wunderschönen Rüden vorführen konnte) war sein scheinbar aggressives Verhalten peinlich, man erklärt niemandem, dass man als Besitzer dafür nicht kann, dass er ausgezeichnet Zähne zeigen kann und das Übrige auch tut – allerdings nur zu Hause, wo er uns alle kennt und uns vertraut.
Zu Easie und Athos haben die Eltern noch einen Hundejungen namens Lucky, den Riesen der Meute und Darling, angeschafft – so haben sie letztendlich drei Malamuten. Meine Schwester und ich leben nicht mehr mit ihnen, wir sind ziemlich weit weg, aber ich persönlich bin meinen Eltern dafür sehr dankbar, wie toll sie sich um die Hunde kümmern und wie sie es alles gut schaffen – übrigens, sie haben die Hunde wohl statt uns, als weitere Kinder ;-)
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