Die Magendrehung stellt eines der häufigsten Risiken insbesondere für große Hunderassen dar. Dieser akute und lebensbedrohende Zustand ist wahrscheinlich auch genetisch bedingt, eine Rolle spielen hier auch andere Risikofaktors, wie zum Beispiel eine ungeeignete Nahrung, ungeeignete Fütterungszeit, aber auch ein Zusammenspiel unglücklicher Umstände.
Die Magendrehung entsteht durch einen ähnlichen Mechanismus wie das Aufblähen beim Vieh. Das Futter, das in den Magen gelangt, kann Gase bilden, wodurch sich das Magenvolumen ausdehnt und der Magen sich dann bei der Bewegung umdrehen kann. Dadurch werden die Gefäße komprimiert, entsteht ein Gefäßkollaps und Verhinderung der Peristaltik. Innerhalb einer sehr kurzen Zeit beginnen die Gewebe ohne Blutzufuhr abzusterben, wobei ein unverzüglicher Transport zum Tierarzt, der den Hund nur durch einen schnellen chirurgischen Eingriff retten kann, notwendig ist.
Eine übermäßige Gärung im Magen kann zum Beispiel ein Futtergranulat von schlechter Qualität mit einem hohen Getreidegehalt hervorrufen. Auch ist es nicht gut, dem Hund solche hausgemachte Essen zu geben, in denen feste Teilchen in einer Brühe „schwimmen“ (d.h. eine Suppenkonsistenz). Wenn der Hund nämlich ein solches Essen frisst, lagern sich die festen Teile auf dem Boden des Magens, darüber bleibt das Wasser, wodurch der Gärprozess beginnt. Wenn man den Hunden zu Hause kocht, soll man jeweils die Fleischbrühe abgießen, auch wenn es wohl als Verschwendung erscheinen kann. Die Konsistenz eines gekochten Hundeessens sollte im äußersten Falle wie ein Risotto, nicht jedoch dünner sein. (Die Brühe kann beispielsweise zur Einweichen von Granulat verwendet werden, aber nur so, dass sie leicht angesogen sind, das Granulat darf nie in der Brühe schwimmen!) Nicht zuletzt kann aus Sicht der Magendrehung ein Risiko darstellen, wenn sich der Hund überfrisst, und zwar noch in Verbindung mit Bewegung nach dem Essen. Der Hund muss jeweils nach dem Füttern ungefähr zwei Stunden in Ruhe bleiben, dem Hund sollte nie das Futter vor einem Spaziergang gegeben werden!
An die Magendrehung deuten schrittweise mehrere Symptome hin, von denen ein größer werdender, harter und bei Berührung schmerzhafter Bauch, Versuche zu erbrechen (oder nur Würgen von Schaum, der Hund bricht nichts!), Speicheln, übermäßiges Trinken, beschleunigter Atem, gekrümmter Rücken, Winden, ungewöhnliche Körperpositionen usw. am häufigsten sind. Ich wiederhole nochmals – bei Verdacht auf Magendrehung soll der Hund unverzüglich zum Tierarzt gebracht werden!
Zur Vorbeugung einer Magendrehung ist es wichtig, mindestens einige folgende Grundsätze einzuhalten: